Das Ägäische Meer ist ein nördliches Nebenmeer des Mittelmeers zwischen Griechenland und Kleinasien etwa 650 Kilometer lang und bis zu 290 Kilometer breit, insgesamt ca. 179.000 km², südlicher Teil bis 2.962 m tief, reich gegliederte zerklüftete Küsten. Im Nordosten ist es über die Meerenge der Dardanellen mit dem Marmarameer verbunden. Es gibt viele Buchten und zahlreiche Inseln und Inselgruppen (u.a. Thasos, Samothrake, Lemnos, Lesbos, Chios, Samos, die Kykladen, Dodekanes, Sporaden und Kreta). Wichtige Häfen sind Piräus, Saloniki, Izmir und Hermupolis auf Syros.. Die ägäischen Kulturen gehören zu den frühesten Kulturen in Europa.[griechisch Aigaion Pelagos, für seinen Namen gibt es verschiedene Erklärungen: Alten Schriften zufolge geht er auf Ägeus zurück, den König von Athen und Vater des Theseus, oder auf Ägea, eine Amazonenkönigin, die im Meer ertrank, oder auf eine alte griechische Stadt namens Ägä.]

Kurz zur Ägäischen Kultur: nach dem Ägäischen Meer benannte bronzezeitliche Kultur, die im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. die Ägäischen Inseln mit den Kykladen und Kreta sowie auch das griechische Festland und die Westküste Kleinasiens umfasste. Die eigenständige Kultur auf Kreta heißt nach König Minos minoisch. Die drei Perioden frühminoisch (3000-2000 v. Chr.), mittelminoisch (2000-1550 v. Chr.), spätminoisch (1550-1100 v. Chr.) gelten mit kleinen Abweichungen auch für die gleichzeitigen Kulturen des griechischen Festlands (helladisch) und der Inseln des griechischen Archipels (kykladisch). Für das sowohl mit der ägäischen Kultur als auch mit der kleinasiatischen Kultur verbundene Troja ergab sich aufgrund der Stadtperioden Troja I bis VIII b (rund 2500-1100 v. Chr.) eine eigene Gliederung. Die Spätphase der ägäischen Kultur wird auch als kretisch-mykenische Kultur bezeichnet. Erste erfolgreiche Grabungen in Troja, Mykene, Tiryns setzte H. Schliemann zwischen 1870 und 1890 ins Werk. Das minoische Kreta hat Sir Arthur Evans durch die Ausgrabung von Knossos (seit 1900) entdeckt.

Dodekanes, auch Dodelanesos, Inselgruppe im Südosten Griechenlands im Ägäischen Meer, zwischen der türkischen Südwestküste und Kreta. Trotz ihres Namens (griechisch: „zwölf Inseln“) besteht die Gruppe aus etwa 50 größeren und kleineren Inseln, die einen griechischen Verwaltungsbezirk mit einer Gesamtfläche von 2 714 Quadratkilometern bilden. Der größte Teil wird von den Südlichen Sporaden eingenommen. Nur 14 Inseln sind ständig bewohnt. Die größten davon sind Rhodos, Kos und Karpathos. Die größte Insel Rhodos beherbergt auch die Stadt Rhodos (oder Ródhos), den Hauptort der Inselgruppe. Die anderen bewohnten Inseln sind Kalimnos, Leros, Nisiros, Patmos, Kastellorizon, Astipalaia, Kasos, Chalki, Tilos und Lipsos. Die Einwohnerzahl der gesamten Inselgruppe beträgt etwa 145 000.

Rhodos (im Altertum Rhodus, neugriechisch Ródhos), gehört verwaltungstechnisch zur Inselgruppe der Dodekanes. Rhodos ist 72 Kilometer lang, bis zu 35 Kilometer breit und hat eine Fläche von rund 1 400 Quadratkilometern. Die höchste Erhebung der gebirgigen Insel ist der Atáviros (1 220 Meter). Das Gebiet zwischen Küste und Zentralgebirge ist hügelig und von sanften Tälern durchzogen. Rhodos hat ein gesundes Klima und ist für seine fruchtbaren Böden bekannt. Die wichtigsten Erzeugnisse sind Baumwolle, Obst, Getreide, Schwämme und Tabak. Hauptort der Insel ist Rhodos, Verwaltungssitz der Dodekanes. Die Einwohnerzahl der Insel beträgt etwa 88 000.

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass Rhodos in der ägäischen Kultur des Altertums eine bedeutende Rolle spielte. Die Geschichte von Rhodos ist seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. belegt. Damals war die Insel von den Dorern bewohnt. Hauptstädte waren Kameiros, Lindos und Ialysos, alle blühende Handelszentren, die im gesamten ägäischen Raum Kolonien hatten. Im 5. Jahrhundert v. Chr. waren sie Mitglieder des Delischen Bundes (1. Attischen Seebundes), einer Konföderation griechischer Stadtstaaten unter Führung Athens. Die drei Städte kündigten den Bund mit Athen im Jahr 412 v. Chr. auf. 408 v. Chr. war der Bau der Stadt Rhodos nach Zeichnungen des griechischen Architekten Hippodamos von Milet vollendet. Während des folgenden Jahrhunderts war die Insel in die verlustreichen Kriege Griechenlands verwickelt. 332 v. Chr. ergab sich Rhodos Alexander dem Großen. Nach dessen Tod 323 v. Chr. rebellierten die Bürger von Rhodos und vertrieben die Makedonier von der Insel.

Reichtum und politische Macht der Insel erreichten im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. ihren Höhepunkt. Die Stadt Rhodos wurde Mittelpunkt des kulturellen Lebens. Sie war besonders für ihre Malerei und gestaltende Kunst berühmt. Zu den prächtigsten Werken zählen die Gemälde des Protogenes (4. Jahrhundert v. Chr.) und die Skulpturen des Chares (3. Jahrhundert v. Chr.), der auch den gefeierten Koloss von Rhodos schuf (etwa 280 v. Chr.). Im 1. Jahrhundert v. Chr. schufen rhodische Bildhauer die berühmte Marmorgruppe des Laokoon. Zu dieser Zeit war Rhodos treuer Verbündeter Roms. 48 v. Chr. unterstützten sie Julius Cäsar in seinem Kampf gegen den römischen Feldherrn und Staatsmann Pompeius Magnus und den römischen Senat. Ein anderer römischer Feldherr, Gaius Cassius Parmensis (1. Jahrhundert v. Chr.), einer der Mörder Cäsars, marschierte 42 v. Chr. auf Rhodos ein, metzelte die Freunde Cäsars nieder, riss die Reichtümer der Bürger an sich und plünderte die Tempel. Diese Niederlage brach die Macht der Insel, doch die Stadt Rhodos konnte sich noch lange ihre Bedeutung als Stätte der Gelehrsamkeit erhalten.

Unter der Herrschaft des Römischen Reiches genoss Rhodos eine gewisse nominelle Unabhängigkeit. 395 n. Chr. fiel Rhodos bei der Teilung des Römischen Reiches an das Byzantinische Reich. Dort blieb es bis 1309, als es von den Rittern des Johanniterordens besetzt wurde. Nach einer blutigen Belagerung durch die Osmanen unter dem Anführer Suleiman I. wurden die Ritter 1522 gezwungen, die Insel zu verlassen. Die Herrschaft der Osmanen über Rhodos dauerte bis zum Türkisch-Italienischen Krieg (1912), an dessen Ende die Insel an Italien fiel. 1947 trat Italien die Insel an Griechenland ab.

Koloss von Rhodos
Der handkolorierte Stich von Marten van Heemskerck zeigt den über 30 Meter hohen Koloss von Rhodos. Ungefähr 280 v. Chr.  wurde der monumentale „Hüter“ der Hafeneinfahrt erbaut und später durch ein Erdbeben zerstört.

Kos ist die zweitgrößte Insel der Dodekanes. Sie ist etwa 40 Kilometer lang und acht Kilometer breit, mit einer Fläche von 287 Quadratkilometern. Den Kern der Insel bildet ein bis zu 846 Meter hohes Gebirge, dem im Norden eine fruchtbare Schwemmlandebene vorgelagert ist. Haupterwerbszweige sind die Viehzucht und der Anbau von Trauben, Feigen, Oliven, Kopfsalat, Tomaten, Mandeln, Weizen, Hafer und Mais. Etwa 20 500 Einwohner leben auf der Insel. Auf Kos findet man viele bedeutende architektonische Überreste der antiken griechischen Kultur. Die Insel gilt als Geburtsort des Arztes Hippokrates.

 

Der größte Ort und Hafen der Insel heißt ebenfalls Kos. Er war zur Zeit der Herrschaft des ägyptischen Königs Ptolemi II. ein bedeutendes Bildungszentrum. Hier befinden sich mehrere Sehenswürdigkeiten, die die hoch entwickelte Kultur der Antike bezeugen. Erhalten sind u. a. die gewaltige Johanniterfestung am Hafen und Überreste des antiken Marktes (Agora).

 

Ägäis - Revierbeschreibungen und Törnberichte

 

Im Sommer Starkwind und Touristenschwärme, ansonsten vollkommene Entspannung in Einsamkeit - der Dodekanes im Südosten Griechenlands bietet beides. Unser Tipp: Genießen Sie die Ruhe vor dem Ansturm ... oder danach...

mehr dazu hier: Dodekanes - Still leben....
[Karen Amme - Reisebericht aus YACHT Heft 11/2000]

Mancher liebt die stürmische Nordsee oder die kühle Ostsee oder die Karibik. Ich liebe Griechenland und die traumhaften oft noch sehr urigen kleinen Inseln...

mehr dazu hier:  Törnempfehlung für die griechischen Dodekanes-Inseln
[Jörg Schmid (SHS) 2003]

Viele Freuden bietet diese Welt: Frauen, Früchte, große Ideen. Doch gibt es, glaube ich, keine Freude die das Menschliche Herz so bewegt, so tief in das Paradies versenken kann, als wenn man, den Namen jeder einzelnen Insel flüsternd, auf einem hellenischen Schiff dieses Meer durchfurcht.

Die Grenzen verschwinden zwischen Wirklichkeit und Traum, und die Masten selbst des altersschwächsten Schiffes treiben Knospen und Weintrauben ... [Niko Kazantzakis]

mehr dazu hier: Dodekanes 2002 - Mitsegeln in Griechenland
[Verfasser unbenannt]

 

 

 
 

Im Becher ersaufen mehr als im Meer.
(alte Bauerweisheit)
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